Historie

Wie lange in Evingsen Schützenfeste gefeiert werden, kann nicht mehr festgestellt werden.
Das Jahr 1872, in dem die ersten Satzungen des Schützenvereins aufgestellt wurden, gilt als das Gründungsjahr des jetzigen Vereins. Damals erhielt derselbe den Namen „Bürger-Schützen-Verein Evingsen.
Außer einer Satzung wurde auch für den Ablauf der bisher in „lockerer“ Form verlaufenen Schützenfeste Statuten erlassen, um die Schützenfeste in „geordnete Bahnen“ zu lenken.
Im Gründungsjahr 1872 zählte der Bürger-Schützen-Verein Evingsen 149 Mitglieder.
Am 1. u. 2. September 1872 wurde das 1. Schützenfest des „Bürger-Schützen-Vereins gefeiert. Erster Schützenkönig wurde Wilhelm Scherff.
Alle Protokolle der ersten Jahre wurden vom amtierenden Vorstand unterzeichnet, der sich aus Heinrich Ossenberg, Vorsitzender, August Ossenberg, stellvetr. Vors., Carl Rasche, Schriftführer und Heinr. Schulte, Rendant zusammensetzte.
Bis 1914 wurde mit wenigen Ausnahmen jährlich Schützenfest gefeiert. Nach 6 Jahren ohne Schützenfest, bedingt durch Kriegs- und Nachkriegszeit wurde 1921 wieder Schützenfest gefeiert. Fritz Gerdes wurde der erste König nach dem ersten Weltkrieg. Man ging vom jährlichen Turnus ab und feierte in verschiedenen Intervallen. Nach 1929 bis 1934 konnte auf Grund der Wirtschaftskrise kein Fest gefeiert werden. Der letzte König vor dem Krieg und der schweren Nachkriegszeit war Oskar Melchers.
Nach dem Zusammenbruch im Jahr 1945 wurde der Verein von der damaligen Militärregierung aufgelöst und sein Vermögen beschlagnahmt, da er mit seiner Schiessgruppe dem deutschen Schützenverband angehört hatte. Die Mitgliedschaft im deutschen Schützenbund war in den 30er Jahren erforderlich geworden, weil der Verein sonst nicht hätte mehr bestehen können.
Das Grundvermögen kam unter die Verwaltung eines Treuhänders. Das hinderte die Evingser aber nicht daran, auf dem Schützenplatz wieder ein Schützenfest zu feiern. Unter dem alten Vereinsnamen ging es nicht. Also wurde ein neuer Verein ins Leben gerufen. Die Gründung erfolgte am 05. Februar 1950. Der neue Verein erhielt den Namen „Schützenverein Evingsen 1872“. Er wurde in das Vereinsregister eingetragen. An der Gründungsversammlung nahmen 61 Schützen teil. In den Vorstand gewählt wurden zum 1. Vorsitzenden Albrecht Steuber, zum stellvertretenden Vorsitzenden Walter Kayser, zum Rechnungsführer Walter Kampmann und zum Schriftführer Wilhelm Hülter. Alle 4 Vorstandsmitglieder bekleideten diese Ämter schon im alten Verein.
Gleichzeitig wurde aber bei dem Allgemeinen Organisationsausschuss in Celle die Freigabe des Vermögens und die Aufhebung der Sperre beantragt. Die Sache wurde vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf verhandelt. Am 30. Juli 1951 erging das Urteil.
In seiner Begründung heißt es:

„Als Eigentümer ist im unter 1) bezeichneten Grundbuch der Bürger-Schützen-Verein Evingsen e. V. eingetragen. Dieser war bis 1933, wie sich aus den vorgelegten Satzungen ergibt, eine demokratische Organisation. Er wurde nach 1933 Mitglied des Deutschen Schützenverbandes und damit auch Mitglied des NS-Reichsbundes für Leibesübungen. Auf Grund der Bestimmungen des Artikels 1 des Kontrollratsgesetzes Nr. 34 wurde er aufgelöst.
Der Antragsteller ist eine demokratische Organisation. Die sich nach dem Zusammenbruch neu gegründet hat. Er ist zwar nicht identisch mit dem alten Verein, doch ist er in seinen Zwecken und Zielen dem ursprünglichen Verein gleich.
Das Eigentum an den unter 1) bezeichnetem Grundbuch eingetragenen Grundstücken wird mit Wirkung vom 22. Juni 1951 auf den „Schützenverein Evingsen 1872“ kostenfrei übertragen.“

Der alte Verein war im Vereinsregister gelöscht worden, da er ja von Amts wegen aufgelöst war.
Auf der Generalversammlung zum Schützenfest im Jahre 1951 erschienen neben Vorstand und Beirat 243 Mitglieder.
Von 1951 bis 1958 wurde bis auf das Jahr 1953 jährlich gefeiert. Seit dieser Zeit wird ununterbrochen im 2- Jahres- Rhythmus das Schützenfest gefeiert.
Aufgrund der ständig steigenden Mitgliederzahlen und der entstandenen Neubaugebiete wurde 1955 der 3. Zug geteilt und der 5. Zug gebildet.
1960 folgte die Teilung des 1. Zuges und es entstand der 6. Zug. Seit Januar 2012 wurde der 6. Zug u. a. auf Grund der sinkenden Zugmitglieder wieder in den 1. Zug integriert.
Zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 1972 gründete sich die Artillerie. Auch unsere Jungschützen sind seit dem 100-jährigen Jubiläum ein fester Bestandteil des Vereins.
Seit 1976 besuchen uns auf unserm Schützenfest unsere norwegischen Freunde der Stor-Elvdal-Musik-Klag aus Koppang in Norwegen. Mit ein wenig Stolz können wir inzwischen auf 40 Jahre Freundschaft, die wohl seinesgleichen sucht, zurückblicken.
Seit Anfang der 80er Jahre entstand in zwei Bauabschnitten das jetzige Schützenheim. Hier finden nicht nur Versammlungen und Feiern statt, sondern es treffen sich wöchentlich zum Trainingsabend die Mitglieder der Schießgruppe.
Per 31. Dezember 2015 zählte der Verein insgesamt 869 Mitglieder. Aufgeteilt in 2 Kompanien.
Die Gliederungen der Kompanien können unter der Rubrik Verein nachgeschaut werden.
Die hier dargestellte Kurzform der Historie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie wurde aus einzelnen Protokollen aber auch Festzeitschriften zusammengestellt.
Hoffen wir, dass sich der Evingser Schützenverein im Sinne der Tradition weiterhin positiv entwickeln und wachsen wird.

Evingsen, im März 2016